27.Januar 2018 von Thorben Egberts

Hammertime 2020: Die Ergebnisse

Eine offene und gemeinnützig tätige Werkstatt wie Hammertime lebt von Beteiligung und Engagement derjenigen, für die sie da ist. Deshalb wollten wir von euch wissen: Wo soll es hingehen? Wie könnte Hammertime in ein paar Jahren, z.B. 2020 aussehen? Und wie machen wir das gemeinsam möglich? Diesen und noch viel mehr Fragen stellten sich am Sonntag bis zu 25 Interessierte in der Werkstatt.

An dieser Stelle wollen wir noch einmal allen danken, die sich die Zeit genommen haben, mitzumachen! Für alle, die es nicht schaffen konnten, hier eine Zusammenfassung der Themen und Ergebnisse.

World Café

Das World Café ist ein Diskussions-Format, bei der über mehrere Runden unterschiedliche Fragestellungen besprochen werden. Die Gruppen sitzen an Tischen zusammen, deren Zusammensetzung sich von Runde zu Runde ändert. Dadurch verteilen sich Ansichten und Ideen sehr schnell unter allen Beteiligten.

Runde 1 – Vision

Wir fragten euch:

  • Welchen Nutzen siehst du in Hammertime?
  • Wie würdest du unsere Angebote nutzen?
  • Was fehlt dir noch?

Ihr habt geantwortet:

Der Nutzen liegt für euch neben dem Gebrauch von Werkzeugen und Geräten im gemeinsamen Austausch, Fachsimpeln und finden von Synergien und Anregungen. Das ermöglicht sogar Teamarbeit für Projekte. Als spannend seht ihr die Verknüpfung zwischen IT und Handwerk. All das motiviert euch zum „machen”.

Was euch fehlt sind flexible Öffnungszeiten und mehr Werkzeug, auch zum Ausleihen. Neben Kinderkursen, Upcycling, einer Glaswerkstatt, einer größeren Näh-/Schneiderei-Ecke und Workshops vermisst ihr vor allem eine Holz- und Metallwerkstatt. Doch dafür sind die Räumlichkeiten zu klein oder unpassend. Zudem wünscht ihr euch Ansprechpartner für die vorhandenen Werkstattbereiche und deren Gesichter.

Runde 2 – Unterstützung

Wir fragten euch:

  • Welche Stärken fehlen uns?
  • Wer könnte uns unterstützen?
  • Wie könnt ihr euch einbringen?

Ihr habt geantwortet:

Als Stärke fehlt uns eine besser organisierte Werkstattaufsicht. Hier müsste es mehr Beteiligung mit gewisser Selbstverpflichtung geben. Gleichzeitig brauchen wir mehr Beteiligung von Leuten mit Expertenwissen, um die Werkstatt-Bereiche weiter auszubauen und Workshops anzubieten. Außerdem müssen wir, sobald die Gründung abgeschlossen ist, mehr finanzielle Unterstützung suchen. Danach wird auch das Thema der größeren Räumlichkeiten interessant.

Für die finanzielle Unterstützung kommen neben der Stadt auch Förderungen infrage. Hier konntet ihr uns Möglichkeiten nennen, die wir noch nicht kannten. Auch die Unterstützung durch Kindergärten, Schulen und die Universität habt ihr uns vorgeschlagen. Daneben Kontakte zu Presse und anderen Medien. Was uns am meisten freut ist, dass ihr euch ganz persönlich mit der ein oder anderen Sache beteiligen wollt! Zum Beispiel mit Workshops zum Thema Siebdruck, Produktdesign oder digitale Bildbearbeitung.

Runde 3 – Risiken

Wir fragten euch:

  • Welche Risiken könnt ihr erkennen?
  • Wie könnte Hammertime sich finanziell und personell tragen?
  • Wie können wir diesen Risiken begegnen?

Ihr habt geantwortet:

Als größtes Risiko nennt ihr die mangelnde Zahl an Unterstützern und Mitgliedern. Dadurch ist Hammertime finanziell nicht auf sichere Beine gestellt. Vor allem eine durchgehende Werkstattbetreuung kann dadurch schlecht gewährleistet werden. Danach fallen euch vor allem Unfallrisiken ein, wenn es irgendwann in Richtung Holz- und Metallwerkstatt gehen sollte. Hier müssen wir uns gut absichern und Verletzungsgefahren möglichst vorbeugen.

Zum Thema Finanzen und Beteiligung nennt ihr, dass Hammertime mehr Werbung machen bzw. präsenter in sozialen Netzwerken sein sollte. So könnten neue Mitglieder auf uns aufmerksam werden. Auch müssten neue Mitglieder besser integriert und am besten direkt ein erstes Projekt beginnen können, wenn sie das erste Mal vor Ort sind.

Beim Thema Finanzen hängt vieles vom Abschluss der Gründung ab.

Open Space

Nach der Mittagspause mit leckerem Essen im Arkadas trafen wir uns erneut in der Werkstatt für einen Open Space. Ein Open Space ist ein Diskussions-Format, bei dem alle Beteiligten eigene Themen, Fragen und Anliegen einbringen können. Aus der daraus erstellten Agenda ergeben sich Zeit und Ort der Besprechung. Die Teilnehmer können frei zwischen Themen wechseln, je nachdem wo sie sich einbringen wollen oder Interesse besteht.

Holzwerkstatt

Ein heißes Thema an diesem Tag blieb die Holzwerkstatt. Ihr meint, in die Holzwerkstatt würden einige Werkbänke, Handgeräte und große Maschinen wie Tischfräse, Formatkreissäge usw. gehören. Für eine Holzwerkstatt würden wir größere Räumlichkeiten benötigen, in denen auch Lärm und Dreck gemacht werden kann. In den aktuellen Räumlichkeiten ist das nicht möglich und wir bekommen auch nicht mehr Räumlichkeiten dazu. Ganz zu schweigen vom Aufbringen des Geldes für die Miete für Räume dieser Größe. Es hängt hier also viel vom Wachstum von Hammertime und der Suche nach passenden Räumlichkeiten ab. Das gleiche gilt für eine mögliche Metallwerkstatt.

Macher-Meetup Kassel & Region

In Kassel gibt es bereits mehrere offenen Werkstätten, wie z.B. den Flipdot Hackerspace und das Colorlabor. Aber auch Kulturstätten wie das Sandershaus und mehrere Repair-Cafés. In etwas Entfernung außerdem den Makerspace Erfurt und das FabLab Paderborn.

Die Idee ist, all diese Orte und Menschen miteinander zu verknüpfen. Dafür wollen wir ein regelmäßiges „Macher-Meetup” für Kassel und die Region veranstalten. Das könnte zunächst alle zwei Monate stattfinden. Dafür schreiben wir die Werkstätten an und machen in sozialen Netzwerken darauf aufmerksam.

Eine weitere Idee ist, unter der Flagge des Macher-Meetups eine eigene Maker Faire für Kassel und die Region zu veranstalten, aber auch grundsätzlich gemeinsame Projekte anzugehen und Werkzeuge und Geräte zu teilen. Auch gemeinsame Ausflüge und Partys sind denkbar ;-)

Steckbriefe

Das Thema Steckbriefe entstand aus dem Bedürfnis, doch einmal die „Gesichter” hinter Hammertime kennenzulernen und herauszubekommen, wer was kann bzw. wofür der richtige Ansprechpartner ist. Je Steckbrief könnte erfasst werden:

  • Name
  • Bild
  • Laufende / abgeschlossene Projekte (mit Fotos)
  • Kompetenzen mit Skill-Level
  • Aufgabenbereiche in der Werkstatt
  • usw.

Die Steckbriefe sollen sowohl in der Werkstatt als auch online (sofern die Person das möchte) zur Verfügung gestellt werden.

Neben dem reinen „Who is Who” sollen die Steckbriefe auch eine Art „Suche/Biete”-Börse darstellen, indem wir Steckbriefe für Leute formulieren, die uns in der Werkstatt noch fehlen.

Finanzierung

Schon vorher im World Café wurde das Thema Finanzierung diskutiert. Hier ging es noch einmal tiefer in die Diskussion und Ideenfindung. So wurden Quellen für Fördergelder gesammelt, über Nutzungsmodelle für die Werkstatt diskutiert und Themen wie Spenden, Ermäßigungen und Reservierungsmöglichkeiten gesprochen. Mitglieder könnten motiviert werden mitzumachen und sich finanziell zu beteiligen, indem wir Erfolgsgeschichten (z.B. abgeschlossene Projekte) teilen, Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeiten anbieten und die für die Werkstatt anfallenden Kosten auf kreative Art transparent machen.

Onboarding

Beim Thema Onboarding ging es weniger darum, wie neue Mitglieder gewonnen werden können, sondern wie diese auch bleiben. Interessenten, die uns zum ersten Mal in der Werkstatt besuchen, sollten direkt mit einem kleinen Einsteigerprojekt versorgt werden. So lernen sie uns direkt kennen und können mit einem Erfolgserlebnis nach Hause gehen. Im besten Fall hat jeder Neuling einen „Sponsor”, der ihm zeigt, wie alles funktioniert und ihn bei seinen ersten Projekten unterstützt. Auch sollten wir Wert auf eine Willkommenskultur legen, indem wir z.B. einmal im Monat ein Treffen machen, bei dem die Neulinge Kontakte knüpfen können.

Social Media

Die Präsenz auf sozialen Netzwerken sollte noch verstärkt werden. Wir bedienen aktuell Facebook, Twitter und Instagram. Leider ist nicht auf jeder Plattform alles zu finden. Das soll sich ändern.

Es gibt aktuell ein kleines Social-Media-Team, das zukünftig vergrößert werden könnte. Da sich nicht jeder gut damit auskennt, sollen untereinander Erfahrungen ausgetauscht werden.

In regelmäßigen Abständen soll neuer Content gebracht werden, z.B. wöchentlich. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Dabei wollen wir vor allem von Projekten und Events berichten. Und es darf lustig sein!

Hashtag: ##htks

Strukturen für (freiwillige) Mitarbeit

Hier haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie die organisatorischen Strukturen von Hammertime aussehen könnten, um die Leute zur (freiwilligen) Mitarbeit anzuregen. Neben unkomplizierten und offenen Strukturen haben wir dabei vor allem das Thema Anerkennung und Sinnstiftung identifiziert. Strukturen sollten immer darauf ausgerichtet sein, die Leute bei der Erfüllung ihrer Ideen und Projekte zu unterstützen. Damit die jeweiligen Werkstattbereiche das gewährleisten können, sind zudem interne Services notwendig, z.B. beim Thema IT, Elektronik usw. Zwar kann es je Werkstattbereich „Hauptverantwortliche” geben, diese sollten aber von den dazugehörigen Teams bestimmt werden. Bei Anschaffungen sollten diese mitentscheiden können. Eine mögliche Struktur wäre hier das „Pfirsich-Modell”, das von Niels Pfläging bekannt ist.

Wie geht es weiter?

Vieles, insbesondere die Finanzen, hängen von der Gründung ab. Dieses Thema verfolgen wir mit Hochdruck. Dann geht es darum, mehr Mitglieder und vor allem Mitmacher zu finden. Große Erwartungen liegen auf der Holz- und Metallwerkstatt, was eines der größeren Ziele sein wird. Hier können wir eventuell mit Förderungen und Crowdfunding etwas erreichen. Aber auch kurzfristig mögliche Dinge wie Workshops sind sehr gefragt.

Hier und bei allem anderen hoffen und zählen wir auf eure Beteiligung! Ihr macht all das möglich. Schaut bei uns in der Werkstatt vorbei, meldet euch auf sozialen Medien oder besucht unser Forum, um mitzumachen oder eure Hilfe anzubieten.

Wir freuen uns über viele bekannte und neue Gesichter!